2.1 Handlung

Thermopylen

Wir schreiben das Jahr 479 v. Chr. Am Vorabend der entscheidenden Schlacht von Plataiai erzählt der einäugige Spartaner Dilios seinen Kameraden am Lagerfeuer die Geschichte von dem mittlerweile als Helden verehrten König Leonidas. Er lässt dabei die Jugendjahre nicht unerwähnt, berichtet von dem Selektionsprozess, dem alle spartanischen Neugeborenen unterworfen waren und schlimmstenfalls mit dem Leben bezahlen mussten, ebenso wie von der brutalen Ausbildung des Jungen zum Krieger in der berüchtigten Institution der Agoge und seiner schlussendlichen Bewährung allein in der lakonischen Wildnis, die in einem Kampf mit einem gigantischen Wolf gipfelt und den siegreichen Leonidas als König nach Sparta zurückkehren lässt. Die Erzählung überspringt 25 Jahre und setzt wieder ein, als das friedliche Sparta von den arroganten Boten des Perserkönigs Xerxes heimgesucht wird, welche von Leonidas die Symbole für die bedingungslose Unterwerfung der Stadt einfordern: Erde und Wasser. Als Antwort werden die Boten getötet und in eine bodenlose Grube geworfen, wodurch der Angriff des persischen Heeres heraufbeschworen wird. Leonidas sucht daher Rat und Unterstützung bei den Ephoren, einer alten Priesterschaft, die auf einer entlegenen Bergspitze das spartanische Orakel behütet, und präsentiert ihnen seinen Plan, die Perser in dem engen Pass von Thermopylae abzufangen, wo ihre überlegene Zahl ihnen nichts nützen werde, und ihnen dort so lange zuzusetzen, bis sie zum Abbruch ihres Feldzugs gezwungen seien. Die von den Persern bestochenen Priester lehnen dies jedoch ab und verweisen auf die Einhaltung der heiligen Feier der Karneia, die einen Auszug des spartanischen Heeres untersagten. Der König lässt sich jedoch nicht davon beirren und stellt eine persönliche Leibgarde von 300 Spartiaten zusammen, mit denen er den Persern unter Umgehung des Verbots entgegenzieht. Die einzige Verstärkung erhalten sie zunächst durch eine Truppe von Arkadiern unter ihrem Anführer Daxos, die sich den Spartanern zögerlich anschließen.

Am Pass von Thermopylae angekommen, treffen die Griechen schließlich auf die persische Übermacht. Noch bevor der Kampf ausbricht, fordert der missgestaltete Ephialtes, der als Kind von seinen Eltern vor der rigorosen Auslese in Sparta bewahrt wurde, für sich einen Platz unter den spartanischen Hopliten ein. Doch Leonidas lehnt ab, und Ephialtes schwört, Rache zu nehmen für diese Kränkung. Die Spartaner sperren indessen den Pass und erwarten den Ansturm der Perser. Als dieser erfolgt, zeigt sich schon bald die durch Ausbildung, Disziplin und Todesverachtung errungene Überlegenheit der spartanischen Krieger. Selbst die dämonischen „Unsterblichen“, die besten Krieger des Xerxes, scheitern an dieser Herausforderung. Doch Ephialtes hat bereits mit dem Perserkönig Kontakt aufgenommen und bietet ihm gegen den Preis einer persischen Uniform die Offenlegung eines Passes an, mit dessen Hilfe sich die Griechen umgehen ließen. In Sparta versucht Königin Gorgo indessen, den Rat der Stadt für eine Unterstützung ihres Mannes zu gewinnen, und lässt sich zu diesem Zweck mit dem korrupten Ratsmitglied Theron ein. Dieser hintergeht allerdings die Königin und nutzt ihre Rede vor dem Rat, um sie öffentlich zu entehren. Im folgenden Handgemenge tötet Gorgo Theron und entlarvt ihn als Verräter. Jede Hilfe für die bedrängten Spartaner bei Thermopylae kommt jedoch zu spät. Diese sehen sich durch die Kniffe des Ephialtes von einer Umzinglung durch die Perser bedroht, was die meisten Griechen veranlasst, ihr Heil in der Flucht zu suchen. Nur Leonidas bleibt mit seinen Männern zurück gemäß dem spartanischen Verhaltenskodex, schickt jedoch Dilios zurück nach Sparta, um dem Rat eine simple Botschaft zu überbringen: „Vergesst uns nicht!“ Die eingeschlossenen Spartaner unternehmen einen letzten Angriff auf den Perserkönig selbst, doch werden sie bald von den Pfeilen ihrer Widersacher restlos niedergestreckt. Leonidas stirbt in Gedanken an seine Frau. Zurück in Sparta führt Dilios seinen Auftrag aus und fördert damit den Entschluss zum Widerstand. Seine Erzählung endet hier, und als einziger Überlebender der Thermopylenschlacht wird er nun das Heer der Griechen bei Plataiai gegen die Perser ins Feld führen; nicht ohne an das Opfer zu erinnern, dass Leonidas und seine 300 für Sparta und ganz Griechenland geleistet haben.

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