3. Gründe für die Auseinandersetzung

Das Konfliktpotential zwischen dem jungen makedonischen König und dem wesentlich älteren Soldaten ist in der Filmszene vielschichtig. Die folgenden Unterkapitel bieten einen Überblick über die wichtigsten Streitpunkte.

3.1 Assimilationspolitik

Wie Wiemer berichtet, begann Alexander, nach dem Tod seines größten Feindes, des Perserkönigs Dareios,(4) persische Bräuche auszuüben, persische Gewänder zu tragen und Perser an seinem Hof aufzunehmen. All dies stieß bei vielen älteren Makedonen (darunter Kleitos), die bereits unter Philipp II. gedient hatten, auf großen Unmut.(5)

Im Film kritisiert und missbilligt Kleitos deswegen Alexanders Annäherung an persische Sitten und Bräuche. Er sieht die Perser als ein barbarisches Volk an, dem die Makedonen um ein Vielfaches überlegen sind und merkt mit spürbarem Zorn an, Alexander stelle Makedonen und Perser, und somit Sieger und Besiegte, auf eine Stufe. Letztlich seien es deswegen die Makedonen, die als Verlierer dastünden.

Arrian und Plutarch bestätigen Kleitos’ Ärger über Alexanders Wandlung hin zum Barbarischen.(6)

„[...] wir preisen diejenigen glücklich, die schon gestorben sind, ehe sie sehen müssen, wie Makedonen mit persischen Ruten gezüchtigt werden [...].“(7)

 In der Forschung attestieren Demandt, Gehrke und Wiemer den Unmut der Makedonen (und besonders des Kleitos) über den Wandel von Alexanders Herrschaftsstil.(8)

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