3.7 Erklärte Oktavian Antonius und Kleopatra den Krieg?

Film:
In einer Senatssitzung kritisiert Oktavian, dass Antonius offensichtlich den Pakt zwischen ihnen gebrochen hat, sein Leben in Ägypten vergeudet und Rom schadet. Er taucht eine Lanzenspitze in Blut und erklärt, unter dem Jubel des Senats, den gerechtfertigten Krieg gegen Antonius und Kleopatra.


Quellen/Forschung:
Antonius wurden das Konsulat und jegliche Amtgewalten entzogen. Aufgrund seiner zahlreichen Anhänger vermied man es jedoch, ihn zum Staatsfeind zu erklären. Oktavian propagierte den negativen Einfluss der ägyptischen Königin auf Antonius: Aus diesem Grund wurde ihr und nicht Antonius der Krieg erklärt.(24) Oktavian selbst vollzog ein uraltes Kriegsritual und warf eine in Blut getauchte Lanze auf ein Stück Land, das symbolisch für Ägypten stand.(25) Cassius Dio bemerkt jedoch, dass die Handlungen zwar gegen Kleopatra erfolgten, in Wirklichkeit aber gegen Antonius gerichtet waren. Die Tatsache, dass die Kriegserklärung offiziell Antonius nicht mit einbezog, ermöglichte Oktavian das Festhalten an der Fiktion, dass es seit dem Sieg über Sextus Pompeius keinen Bürgerkrieg mehr gegeben habe.(26)

Die Darstellung der Kriegserklärung durch Oktavian, die in der Verfilmung erscheint, ist historisch nicht korrekt: Der Krieg wurde nicht Antonius und Kleopatra erklärt, sondern nur der ägyptischen Königin. Die Durchführung des uralten Kriegsrituals erfolgt ebenfalls historisch gesehen nicht ganz einwandfrei.

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