3. Kleopatras Filmschmuck im Vergleich mit den bekannten ägyptischen Originalen

Die aufwendigen Schmuckstücke verhelfen Kleopatra im Film zu ihrer prachtvollen Erscheinung und kennzeichnen sie als Pharaonin Ägyptens. Für die Oberschicht der ägyptischen Gesellschaft waren die wertvollen Schmuckstücke Statussymbole, mit denen sie ihren Reichtum und ihre Macht demonstrieren konnten. Allerdings waren es vor allem die Pharaonen, die sich kostbare Colliers, Ohrringe usw. leisten konnten. Nur ein kleiner Teil der Juwelen wurde im Privathandel verkauft.

Schmuckstücke, in Ägypten schon ab ca. 2000 v. Chr. hergestellt, wurden sowohl von Frauen als auch von Männer getragen. (Edel-)Metalle wie Gold, Silber und Kupfer sowie Edelsteine sind die Hauptmaterialien, die verarbeitet wurden. Die Goldschmiedekunst kam schon früh in Mode und das Handwerk der Juweliere war ein blühendes Gewerbe im alten Ägypten. „[...] es ist wahrscheinlich, dass die Techniken, das Metall und seine Legierungen zu gewinnen, wie auch die seiner Bearbeitung hauptsächlich von Ägyptern entdeckt wurden.“(12)

Es kamen auch viele Goldschmiede aus anderen Ländern nach Ägypten, da die Nachfrage nach Spezialisten dort sehr hoch war. So kamen immer wieder Einflüsse aus anderen Regionen, die die Formen und Gestalt des Schmucks veränderten. Unter den Herrschern der zwölften Dynastie erlebte das Kunsthandwerk seinen Höhepunkt. Zwar war die Regierungszeit Kleopatras wesentlich später, doch waren die Schmuckstücke dem Film zufolge genauso qualitätvoll und aufwändig.(13)

Bei der Bestattung eines Ägypters war es Tradition, ihm seinen gesamten Besitz, also auch seinen Schmuck, mit in sein Grab zu geben, damit er im Leben nach dem Tod seinen Lebensstandart beibehalten konnte. Die meisten Schmuckfunde stammen daher aus den prachtvoll ausgestatteten Gräbern der Pharaonen. Doch ist die Anzahl von pharaonischen Schmuckfunden so gering, dass sie kaum repräsentativ sein kann für die lange Geschichte des ägyptischen Schmuckhandwerks.(14) Es wird somit im Folgenden festzustellen sein, wie viele Schmuckstücke aus der Herrschaft Kleopatras und dem nahen zeitlich Umfeld stammen. Das Einbeziehen anderer Dynastien wird unvermeidlich sein, um die Authentizität des Filmschmucks beurteilen zu können.

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