3.1 Kopfbedeckungen

Kopfreif der Prinzessin Chenmet

Könige erschienen nie mit bloßem Haupt in der Öffentlichkeit. Auch in ihren Privaträumen trugen sie zumeist eine Kopfbedeckung. Daher sind in dem Film „Cleopatra“ eine Vielzahl an Kopfbedeckungen, vor allem Kronen, zu sehen.

Filigrane Kopfreifen, die aus feinem Draht hergestellt wurden, indem dieser kunstvoll ineinander verschlungen wurde, waren eine Weiterentwicklung des einfachen „Schiffer-Reifs“, den sowohl Frauen als auch Männer im alten Ägypten trugen, um ihr Haar zusammenzuhalten. Wurde an dem Reif an der Stirnseite eine Uräusschlange oder ein Geier befestigt, erhielt er den Status einer Königskrone.(15) Es wurden auch stilisierte Blumenmuster in einen solchen Reif eingearbeitet, wie bei dem Kopfreif der Prinzessin Chenmet(16), der in der 12. Dynastie (1929-1897 v. Chr.) entstanden sein muss.(17) Eine ähnlich aufwendige Version mit floralen Elementen trägt auch Kleopatra in dem Film. Der Kopfreif Chenmets ist verziert mit Blüten aus Edelsteinen. Neben dem hier verarbeiteten Türkis und Karneol gehört der Lapislazuli zu den drei Grundsteinen des ägyptischen Schmucks. „Letztere [die Edelsteine] würden wir heute allerdings höchstens als halbedel klassifizieren. Der Ägypter wählte sie auf Grund ihrer leuchtenden Farben, nicht wegen ihrer lichtbrechenden Kräfte, und das klassische Trio, das die Basis seines Farbschemas für Schmuck bildete, bestand aus dem blutroten Karneol, dem satt-blaugrünen Türkis und dem tiefhimmelblauen Lapislazuli.“(18) Bei Kleopatras Kopfreif wurde, wie bei den meisten im Film gezeigten Schmuckstücken, auf eine Verzierung mit farbigen Edelsteinen verzichtet.

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