4. Schlusswort

Cleopatra“ ist ein gelungenes Filmepos, welches das Leben Kleopatras eindrucksvoll schildert. Schäfers Meinung, dass gerade diese Kleopatra-Verfilmung als wissenschaftlich wertvoller Spielfilm angesehen werden kann, der den Zugang zu diesem historischen Themenbereich und zu geschichtlichen Zusammenhänge erleichtert, schließe ich mich grundsätzlich an, auch wenn die Kulissen, Farben und Charakterdarstellungen etwas verändert und für die Zuschauer der aktuellen Zeit angepasst wurden. Dieses Historienepos sollte ja an erster Stelle ein Unterhaltungsfilm werden.

Der Film ist natürlich auch wegen seiner imposanten Ausstattung sehenswert. Die Schmuckstücke, die im alten Ägypten geschaffen wurden, sind von beeindruckender Feinheit und weisen eine Vielzahl von Dekormotiven auf. Für die damalige Zeit, unter Berücksichtigung der vorhandenen Werkzeuge, sind sie faszinierende handwerkliche Meisterleistungen. Genauso aufwändig erscheinen auch die Schmuckstücke, mit der die Hauptdarstellerin im Film ausgestattet wurde.

Leider existieren nicht mehr viele Schmuckstücke, die eindeutig in die Lebenszeit Kleopatras datiert werden können. Zwei der gezeigten Schmuckstücke – der Siegelring (Abb. 4) und die Armreifen (Abb. 20) – stammen aus der Zeit der Ptolemäer. Man kann allerdings davon ausgehen, dass neben den Kronen auch viele der aufgeführten Schmuckstücke aus anderen Dynastien noch zu Kleopatras Zeit in ähnlicher Ausführung produziert wurden. Breite Kragen, Ohrringe und Armreifen wurden von Pharaonen und ihren Familienmitgliedern aller Dynastien getragen. Nimmt man die von mir ausgewählten archäologischen Funde – von der 12. Dynastie bis zur Ptolemäer-Zeit – als Vergleichsstücke zum Film, kann man eine erstaunliche Ähnlichkeit feststellen. Bis auf den breiten Kragen und die Form der Blauen Krone orientiert sich der Schmuck im Film meines Erachtens bemerkenswert nah an den historischen Originalen. Sowohl zu den aufwendigen Kopfbedeckungen als auch zu dem gezeigten übrigen Schmuck, wie Armreifen und Ohrringe, gibt es archäologische Vergleichsstücke.

Die umfangreichen Hintergrundkenntnisse des Regisseurs und das Bemühen der Produktionsfirma um einen historisch authentischen Film lassen sich somit auch anhand der Schmuckstücke belegen.

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