3.6 Wo starb Pompeius?

Nach Pompeius’ Flucht vor Caesar und seinen Truppen, wird gezeigt, wie Pompeius in Ägypten Zuflucht sucht. Er wird zum Palast von König Ptolemaios gebracht und dort auf den Stufen des Palastes dem königlichen Berater Pothinus vorgeführt. Auf dessen Befehl hin wird Pompeius hinterrücks niedergestochen.
An dieser Stelle ist nur eine kleine Abwandlung der Quellen vorgenommen worden. Auch Appian erzählt von der Flucht nach Ägypten, allerdings soll Pompeius Ägypten gar nicht lebend erreicht haben: Sie schickten also zu Pompeius ein elendes Boot, angeblich weil das Meer seicht und für große Schiffe unbefahrbar sei […]. Alle Beobachtungen mußten Pompeius mißtrauisch stimmen, die Aufstellung des Heeres, die Minderwertigkeit des Bootes, endlich die Tatsache, daß der König weder selbst zur Begrüßung erschien noch einige seiner Würdenträger entsandte. Gleichwohl bestieg er das Fahrzeug, […]. Während der Überfahrt herrschte allgemeines Schweigen, was Pompeius mit noch größerem Mißtrauen erfüllte. Sei es nun, daß er Sempronius als Römer und ehemaligen Kriegskameraden erkannte, sei es, daß er dies nur aus der Tatsache schloß, daß jener stehenblieb – nach militärischer Ordnung darf nämlich ein Soldat in Gegenwart seines Kommandeurs nicht sitzen – er wandte sich an ihn und sagte: „Kenne ich dich denn nicht, Kriegskamerad?“ Sempronius nickte sogleich, doch als Pompeius sich wegkehrte, versetzte er ihm alsbald den ersten Streich und die anderen folgten seinem Beispiel. Die Sklaven des Potheinos schlugen Pompeius das Haupt ab und bewahrten es für Caesar auf, im Glauben, sie würden dafür höchsten Lohn empfangen – doch der ließ ihnen eine Strafe widerfahren, die ihrer ruchlosen Tat entsprach.(14)

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