4. Fazit

Historische Filme erfreuen sich früher wie heute großer Beliebtheit und hoher Zuschauerzahlen. Dass dieser Erfolg auf der authentischen Wiedergabe geschichtlicher Ereignisse basiert, darf ruhig bezweifelt werden. Der Film „Konstantin der Große“ bestätigt diese Zweifel.

Der Film weist neben seinen schauspielerischen und technischen Schwächen eindeutige historische Fehler bzw. ungenügende Quellenrecherche auf. So treten im Film die Augusti der ersten Tetrarchie gemeinsam in Rom zurück, obwohl dies nachweislich nicht der Fall war. Des Weiteren werden die Mutter und die Ehefrau Konstantins von Maxentius in Rom als Geiseln gehalten, was ebenfalls mit keiner antiken Quelle belegt werden kann. Über die Funktion Hadrians ist in Abschnitt 3.1 ausreichend berichtet worden.

Zwar werden auch historische Ereignisse in korrekter Form wiedergegeben, wie die Rolle Maximians am kaiserlichen Hof in Trier und die Lichtvision Konstantins, jedoch überwiegen deutlich diejenigen Szenen, in denen die tatsächlichen Ereignisse falsch dargestellt oder zu stark mit Fiktion zersetzt werden. Zudem sind die wenigen authentischen Szenen von ihrer historischen Qualität niedriger einzuordnen, da sie sich nur an Laktanz orientieren, anstatt diesem mit gewissem Abstand zu begegnen.

Dem Anspruch, ein authentischer historischer Film zu sein, wird „Konstantin der Große“ in keinem Moment gerecht. Die Verfilmung ist in den Augen des Autors nicht ansatzweise ein historischer Film, sondern vielmehr ein religiöses Pamphlet, das sich einen historischen Mantel umzulegen versucht. Es scheint, als wollten die Filmemacher den römischen Kaiser Konstantin zwanghaft zu einem Überzeugungstäter im Namen des Christentums stilisieren und ihm huldigen. Dieser pseudohistorische Film dient ihnen nur als Mittel zum Zweck. Die Meinung der Filmemacher soll durch die scheinbar korrekte Wiedergabe der historischen Ereignisse beim unwissenden Zuschauer Anklang finden.

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