3. Fazit

Mit Hilfe der vier Fragen, die wir an Marcus Pauls Film „Nero“ von 2004 gestellt haben, lässt sich nun nachvollziehen, für wie historisch dieses Machwerk angesehen werden kann. Offenbar steht für diesen Film eine Liebesgeschichte im Vordergrund, die sich vor allem um Neros heimliche Geliebte Acte dreht, daneben auch um Octavia und Sabina. Dabei wurde die ansonsten hochgradig interessante Geschichte um Nero, beispielsweise der Brand Roms und die Verfolgung der Christen, oftmals zu einem gering geschätzten Nebenplot. Es kann festgestellt werden, dass die belegten Begebenheiten für eine oftmals an den Haaren herbeigezogene Liebesgeschichte geopfert werden. Zu nahezu jedem größeren Themenbereich lassen sich Widersprüche gegenüber den antiken Quellen finden; einige Sachverhalte werden komplett erfunden. Dies ist besonders zu erkennen an der Darstellung des Todes von Nero, wobei Sueton eine vollkommen unterschiedliche Geschichte wiedergibt. Es ist nicht vollkommen auszuschließen, dass Nero verschiedene Liebschaften hatte. Aber auch hier werden Details und belegte Geschehnisse verändert, damit diese besser in den Gesamtplot eingefügt werden können. Auch die Chronologie wird so abgeändert, wie sie scheinbar von den Filmemachern gebraucht wird. Dies zeigt sich insbesondere in der Darstellung der Jugendzeit, in der er seine Liebe des Lebens Acte unter Sklaven kennen und lieben lernt.

Zusammenfassend lässt der Film „Nero“, der auf den ersten Blick für den Zuschauer einen historisch seriösen Anspruch(30) hat, auf den zweiten Blick erkennen, dass er kaum die wahre Geschichte Neros wieder gibt – weder nach der Forschung noch nach den Anekdoten der antiken Quellen. Es wird kaum bis gar kein Wert auf historische Genauigkeit gelegt.

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