3.4 Der Angriff auf M. Antonius

Der Volkstribun Antonius soll in der anstehenden Senatssitzung erneut die Chance erhalten, gegen das Ultimatum zu interzedieren. Er befürchtet, dass Pompeius ihn daran hindern könnte. Zu seinem Schutz begleiten ihn daher einige Männer der XIII. Legion, unter anderem Pullo und Vorenus. Als ein Pullo feindlich gesinnter Passant diesen wiedererkennt und ihn angreifen will, wird dies als ein Angriff auf Antonius interpretiert, es entwickelt sich ein blutiges Gefecht, und der Tribun flieht mit seinen Männern zu Caesar. Dass der Bürgerkrieg durch ein solches Missverständnis ausgelöst wurde, ist schlichtweg erfunden. Die Serie verbindet hier allerdings geschickt eine rein fiktive Handlung, die einen der Protagonisten in den Vordergrund stellt und ihn sogar zu einer der entscheidenden Figuren auf dem Weg in den Bürgerkrieg macht, mit aus den Quellen belegbaren Fakten. Die Tribunen M. Antonius und L. Cassius sowie Curio und andere Anhänger Caesars flohen aus einer nicht unberechtigten Angst vor Übergriffen heraus tatsächlich aus Rom.(13) Doch geschah dies während der Senatssitzung vom 7. Januar, in der ein entscheidender Beschluss gefasst wurde: Mit dem senatus consultum ultimum wurde faktisch der Notstand ausgerufen, Caesar als Statthalter abgesetzt, L. Domitius als sein Nachfolger bestimmt und den Volkstribunen in dieser Situation ihr Vetorecht aberkannt.

Nun war der Bürgerkrieg nicht mehr zu verhindern, und Caesar musste seine Soldaten mobilisieren, damit sie ihm auf seinem Marsch auf Rom folgten. Dies ist in Rom wieder sehr stark den antiken Quellen nachempfunden. Die Ausführungen Appians 2,5,33 lesen sich wie eine Vorlage für das Drehbuch der Serie: „Caesar showed them [seine aus Rom geflohenen Anhänger, Anm. d. Verf.] in this condition to his army, whom he excited by saying that his soldiers, after all their great deeds, had been stigmatized as public enemies and that distinguished men like these, who had dared to speak out for them, had been thus driven with ignominy from the city.” Und auch Caesar civ. 1,7,8 beschreibt selbstverständlich die euphorische Loyalitätsbekundung der XIII. Legion, was ebenso in die filmische Darstellung übernommen wird: „Die Soldaten der anwesenden 13. Legion – diese hatte er bei Beginn der Unruhen aufgeboten, die anderen waren noch nicht eingerückt – spendeten tosenden Beifall: sie seien bereit, das an ihrem Feldherrn und an den Volkstribunen begangene Unrecht abzuwenden.“

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